Coaching

Was ist „Körperorientiertes Coaching“?

Körperorientiertes Coaching basiert auf der Annahme, dass Gedanken, Gefühle und Körperreaktionen im Gehirn als Informationskomplex abgespeichert werden, sich also gegenseitig beeinflussen. Das bedeutet zum Beispiel, dass der Körper beim Gefühl von Angst – durch entsprechende Spannungsveränderungen – auf Flucht oder Angriff vorbereitet wird. In unserem beruflichen und privaten Alltag wird diese aufgebaute Spannung jedoch nicht immer adäquat wieder abgebaut. Reaktionen wie Weglaufen oder „sich mit dem Chef prügeln“ sind eher unüblich und nicht erwünscht. Daraus folgen dann häufig „Verspannungen“, die sich – je nach Thema – an den unterschiedlichsten Stellen des Körpers manifestieren können.

Häufig geht es darum, erlernte „Erfolgsmuster“ aus der Kindheit zu überprüfen. Wurden zum Beispiel bestimmte Verhaltensmuster bestraft, lernte das Kind die entsprechenden Impulse körperlich zu unterdrücken (Luft anhalten, Zähne zusammenbeißen und vieles mehr). Diese Verhaltensweisen bleiben oft bis ins Erwachsenenalter erhalten. Im Körperorientierten Coaching werden solche Mechanismen bewusst bemacht, um überprüfen zu können, ob sie auch heute noch sinnvoll sind, oder besser durch neue, adäquatere Verhaltensweisen abgelöst werden können.

Fast jeder Mensch reagiert auf Stress mit einer für ihn typischen Körperreaktion. Manchen Menschen ist das bewusst („Das Thema schlägt mir immer auf den Magen“), anderen nicht. Beim „Körperorientierten Coaching“ geht es darum, die Wahrnehmung für körpereigene Reaktionsmuster zu schulen, diese zu erkennen und zusammenhängend zu interpretieren. Daraus lassen sich dann neue, alternative Sichtweisen und Verhaltensmuster ableiten.  Die Körperreaktion selbst lässt sich sozusagen als „körpereigener Coach“ nutzen. Sie werden lernen, Gedanken, Gefühle und Körperreaktionen besser in Einklang zu bringen und erlangen dadurch Schritt für Schritt mehr Zufriedenheit, Klarheit und Zuversicht.

Leistungsangebot

Vortrag für ihr Unternehmen

In einem einstündigen Vortrag und anschließender Diskussion werden die Grundlagen des „Körperorientierten Coachings“ erläutert. An vielen praktischen Beispielen wird der Zusammenhang zwischen Gedanken, Gefühlen und Körperreaktionen aufgezeigt und es werden erste einfache, allgemein gültige Maßnahmen vorgestellt.

Halbtagesworkshop

In praktischen Übungen in Kleingruppen (4 bis 12 Teilnehmer) wird die Selbstwahrnehmung geschult. Es werden Reaktionsmuster herausgearbeitet und ein Leitfaden für den Alltag erstellt. Gefühle wie Angst, Wut und  Sorge  werden typischen Reaktionsorten zugeteilt und als sinnvolle und positive  Impulsgeber kennengelernt.

Individuelles Coaching

So individuell die Menschen sind, so individuell sind auch ihre Reaktionsmuster, welche wiederum auf individuellen Lebenserfahrungen basieren. Zwar lassen sich wiederkehrende Muster erkennen, die individuellen Abweichungen sind dennoch enorm. In 5 Einzelsitzungen in meinen Praxisräumen wird ein körperlicher Befund erhoben, die Körperwahrnehmung mit Hilfe von Techniken aus dem Shiatsu und der Craniosacralen Therapie geschult, eigene Körperreaktionen in neuen Zusammenhängen betrachtet und alternative Lösungswege erarbeitet.

Termine nach Vereinbarung

Gern stelle ich ihnen meinen Konzept auch persönlich in Ihrem Unternehmen vor.

Lexikon

II. Methoden aus dem Coaching, die meine Arbeit beeinflusst haben:

1. Systemisches Coaching
2. ILP – Integrierte Lösungsorientierte Psychologie
3. Focussing
4. Hakomi
5. Koppe-Coaching

1. Systemisches Coaching

Coaching wird hier als ressourcen- und lösungsorientierte Prozessberatung verstanden: Der Klient ist Experte für seine Probleme und Lösungen, der Coach ist Experte für den Weg zum Finden der Lösungen. Der Coach unterstützt den Kunden dabei, individuell passende Lösungen zu finden und gibt selbst keine Lösungen vor.  Dies geschieht durch verschiedene systemische Interventionen (meist Fragetechniken und in meinem Fall körperliche Interventionen). Beim Systemischen Coaching wird das Indivividuum innerhalb seines Systems (seiner Familie oder seines Arbeitsumfeldes) betrachtet und unterschiedliche Perspektiven werden (z. B. die  Sicht des Ehepartners oder des Chefs/Kollegen) hinzugezogen. Gerade der Perspektivenwechsel und der Abgleich zwischen inneren und äußeren Vorstellungen, Werten und Zielen sind wichtige Bestandteile dieses Coachingansatzes. Die Arbeit am und mit dem Körper hilft dem Klienten während des Prozesses stärker bei sich selbst zu bleiben, ist aber kein üblicher Bestandteil dieser Coachingmethode.

2. ILP – Integrierte Lösungsorientierte Psychologie

Dietmar Friedmann entwickelte seit den 70er Jahren eine eigene Persönlichkeitstypologie, die als „Psychographie nach Friedmann“  zunehmend an Bekanntheit gewann. Friedmanns Hauptanliegen ist die Umgestaltung der Psychotherapie nach „typgerechten“ Ansätzen (Handlunstyp, Beziehungstyp, Sachtyp). Interessant an diesem Ansatz erscheint mir v. a., dass seiner Theorie nach unterschiedliche Typen unterschiedliche Entwicklungen durchlaufen, jeweils ausgehend von angeborenen oder erworbenen Fähigkeiten oder Stärken, über zu entwicklende defizitäre Funktionen hin in einen bestimmten Zielbereich. Diese Sichtweise hilft mir, meine  Körperarbeit gezielter am Klienten auszurichten, v. a. bezüglich der gewählten Techniken und Therapieorte, sowie der Art der verbalen Begleitung.

3. Focussing

Diese Methode wurde seit den sechziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts von Eugene Gendlin (* 1926), Prof. für Philosophie und Psychologie (USA) entwickelt. Die Besonderheit ist, dass die Aufmerksamkeit auf bedeutsame innere Körperempfindungen gelenkt wird, die der Klient als „körperliche Resonanz“ zu seinem Problem zu spüren lernt. Indem  für das wahrgenommene Gefühl passende Wörter oder Bilder gefunden werden sollen,  nähert sich der Patient schrittweise einem zuvor unklaren, oft unbewussten Problem, welches nun klarer, greifbarer und konkreter für ihn wird. Dadurch erhält er die Möglichkeit, sich aktiv mit dem Thema auseinander zu setzen und Lösungswege zu entwickeln. In meiner Arbeit verwende ich bestimmte Techniken der Visualisierung, die ich aus dem Focussing übernommen habe und dir mir oft beeindruckend wirkungsvoll erscheinen, besonders, weil sie so einfach sind.

4. Hakomi

Hakomi ist eine tiefenpsychologisch fundierte, körper- und erfahrungsbezogene Psychotherapiemethode.  Sie wurde in den 70er Jahren von Ron Kurtz entwickelt, der dabei von Wilhelm Reich und Alexander Lowen entwickelte Körperpsychotherapiemethoden in eine eigene Methode integrierte. Das Wort „Hakomi“ ist ein Wort, das in der Sprache der Hopi-Indianer „Wer bist du?“ bedeutet. Es gibt sonst keinen inhaltlichen Bezug zur Methode. Die Hakomi-Methode kombiniert westliche Psychotherapie und systemische Theorie mit östlicher Philosophie und körperzentrierten Techniken. Hakomi basiert auf den Prinzipien innere Achtsamkeit, Gewaltfreiheit, Selbstorganisation und Einheit von Körper und Geist. Meine Arbeit wurde dabei vor allem von den Teilaspekten der inneren Achtsamkeit und den körperzentrierten Techniken beeinflusst.

5. Koppe-Coaching

Der Anstoß für das Koppe – Coaching kam für Koppe aus ihrer Beratungspraxis. Sie suchte nach Antworten auf die Frage, was Klienten eigenverantwortlich für ihre Gesundheitsförderung tun können. In dieser Beratungsarbeit wurde deutlich, wie eng körperliche Beschwerden und Symptome mit beruflichen und privaten Belastungssituationen korrespondieren. Der Körper reagiert auf die herrschenden Verhältnisse der jeweiligen Umgebung mit und signalisiert in seiner eigenen Sprache (Stechen, Ziehen, Kribbeln und vieles mehr), dass innere Konflikte bestehen. In der Arbeit von Koppe geht es darum, innere und äußere Zustände in Einklang zu bringen. Sie betrachtet den Körper dabei als „weisen Coach“. Sie arbeitet v. a. mit Visualisierungen. Hier findet sich der Ursprung für eine typische Herangehensweise meiner Arbeit: ich lasse den Klienten Konfliktsituationen schildern und spiegle ihm meine parallel erspürten Körperreaktionen.  Koppe selbst arbeitet meines Wissens nach nicht mit Hands-on-Techniken.